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Aus WRO wird nectanet

Aus WRO wird nectanet

Offenburg. In der Ortenau ist die 1988 gegründete Wirtschaftsregion Ortenau (WRO), ein Zusammenschluss aus mittlerweile 180 Unternehmen, 52 Kommunen, dem Landkreis sowie der Kammern, seit vielen Jahren ein Begriff. Doch außerhalb der Region tendiert die Bekanntheit des Landkreises gegen null. Selbst im politischen
Stuttgart könne nicht jeder etwas mit der Bezeichnung Ortenau anfangen, hat Brigitta Schrempp, die Vorsitzende des WRO-Wirtschaftsbeirats, festgestellt. Für ein Netzwerk, das den Standort Ortenau und die hier ansässigen Unternehmen bewerben und nach außen vertreten soll, sei das fatal. „Wir haben gespürt, dass die bisherige Marke nicht mehr trägt, vor allem, wenn es darum geht, Fachkräfte im Ausland anzusprechen“, sagte WRO-Geschäftsführer Dominik Fehringer am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Lahr. Kurz zuvor hatten die Gesellschafter der Wirtschaftsregion Ortenau laut dem Aufsichtsratsvorsitzenden, Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert, der Umbenennung der WRO in Nectanet zugestimmt. Die Verortung soll der Zusatz liefern „Black Forest Power Region“, verbunden mit dem Zusatz „Connecting People and Ideas“. Auch die Untermarken erhalten neue Namen. Aus dem Gründernetzwerk „Start-up Connect“ wird „Foundersnet“, die Bildungsregion Ortenau (BRO) wird zu „Educationnet“ und aus „Arbeiten bei Weltmarktführern“ wird „Futurenet“.Bei Letzterem geht es darum, Fachkräfte für die Region zu gewinnen. Den Anstoß für die am Donnerstag beschlossene Umbenennung habe die Corona- Pandemie gegeben. „Wir hatten Zeit, uns auf uns zu konzentrieren“, erklärte Fehringer. Ihm war unter anderem bei Delegationsreisen durch China aufgefallen, dass die Bezeichnung WRO für die Menschen dort nicht entschlüsselbar ist. „Das wird nicht verstanden.“ Der Schwarzwald, also Black Forest im neuen Namen, sei indes weltweit ein Begriff. Die WRO war mit ihrer bisherigen Benennung kein Einzelfall. Sämtliche anderen Wirtschaftsförderungen in Deutschland würden bis dato ebenfalls die Region im Namen tragen. „Alle anderen Wettbewerber reden über ihrenStandort, aber nicht darüber, was sie tun“, erläuterte Heiko Hinrichs. Dessen Hamburger Werbeagentur Syndicate, die unter anderem das neue Design für die Automarke Skoda entwickelt hat, zeichnet verantwortlich für den neuen Markenauftritt der WRO. Nachdem im August  vergangenen Jahres die Entscheidung für eine neue Marke gefallen war, machte sich Hinrichs’ Team an die Ausarbeitung einer Markenstrategie. Es habe dabei vor der Herausforderung gestanden, zwei Zielgruppen anzusprechen. Zum einen sei die WRO Sprachrohr der Region und Netzwerk der hier agierenden Unternehmen und Politik. Zum anderen, und diese Zielgruppe werde zunehmend wichtiger, müssten die hiesigen Firmen international wahrgenommen und für Fachkräfte und Investoren attraktiv
werden. Viele seien sogenannte Hidden Champions, also Weltmarktführer in ihrer
Branche, deren Namen aber nicht sonderlich bekannt sind.

Ein mutiger Schritt

Der Fokus der WRO, so die Wirtschaftsbeiratsvorsitzende Schrempp, habe sich über die Jahre verschoben hin zur Überregionalität. Dem soll der neue Name Rechnung tragen. Die Wirtschaft sei dem Prozess gegenüber aufgeschlossen gewesen. Für die Menschen vor Ort könne Nectanet zunächst gewöhnungsbedürftig sein, meint Hinrichs, „der Köder muss aber dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“. Er bezeichnet den Schritt der WRO als mutig, auf die Ortenau und damit den Standort zu verzichten. Es sei aber der richtige Weg, den etliche andere Wirtschaftsregionen in der nächsten Zeit ebenfalls gehen dürften, prognostiziert Fehringer.

Hintergrund – Internationale Zielgruppe im Fokus 

Fünf Punkte umfasste die Aufgabenstellung der WRO an die Hamburger Marketingagentur Syndicate. Sie soll einen neuen Markenauftritt mitsamt Namen für
die Wirtschaftsregion Ortenau entwickeln. Ziel soll sein, mit der Marke auch internationale Zielgruppen anzusprechen. Die bisherigen Untermarken „Startup Connect“, Bildungsregion Ortenau und „Arbeiten bei Weltmarktführern“ sollen eine einheitliche Markenarchitektur erhalten, so dass sie der neuen Dachmarke „Nectanet“ zugeordnet werden können. Im Internet ist die Wirtschaftsregion ab sofort erreichbar
unter www.nectanet.de. Wer die bisherige Adresse www.wro.de eingibt, landet automatisch auf der neuen Homepage.

Ein Artikel der Mittelbadischen Presse / Simon Alleger.
https://mittelbadische.de/