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Aus der Ortenau in die Welt

Drei Jahre nach der Umbenennung der Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) in „Nectanet“ zieht Geschäftsführer Dominik Fehringer eine positive Bilanz. Er setzt auf eine Partnerschaft mit Brasilien.

Offenburg. Was wurde hinter vorgehaltener Hand nicht geunkt, als Wirtschaftsregion Ortenau (WRO) am 28. Juli 2022 ihren neuen Namen präsentierte. „Nectanet“ rufe bestenfalls Assoziationen mit Bienen und Imkern hervor, nicht aber mit der Region zwischen Rhein und Schwarzwald. Die rund 200 Mitgliedsunternehmen, die 50 Städte und Gemeinden sowie den Landkreis und die Kammern als Gesellschafter hatte Dominik Fehringer da jedoch bereits gewonnen: „In einer globalisierten Wirtschaft braucht es eine Sprache und ein Selbstverständnis, das über regionale Grenzen hinaus funktioniert“, ist der „Nectanet“-Geschäftsführer nach wie vor überzeugt.

In den drei Jahren seit der Umbenennung hat „Nectanet“ auf der Suche nach strategischen Partnerschaften die Grenzen der Ortenau weit hinter sich gelassen. Der Fokus liegt auf Brasilien. „Unsere Wirtschaftsdelegation im Jahr 2023 hat Türen geöffnet – zu Institutionen, Wirtschaftsverbänden sowie in Politik und Universitäten, sagt Fehringer. Das südamerikanische Land bringe nicht nur ein hohes Arbeitskräftepotenzial mit – vor allem im technischen und industriellen Bereich -, sondern auch eine große Offenheit gegenüber Deutschland und dem Schwarzwald.

Während die Ortenau in den Werbeslogans der Wirtschaftsförderung keine Rolle mehr spielt, genießt der Schwarzwald als „Black Forest Power Region“ große Bedeutung. Dieser Claim verleihe der Region „eine geografisch greifbare, emotional aufgeladene Identität, die global funktioniert“, führt Fehringer aus. In den stark deutschsprachig geprägten Regionen Brasiliens geht diese Rechnung wohl auf.

In Städten wie Joinville und Blumenau veranstaltete „Nectanet“ eigene Messen zur Anwerbung von Auszubildenden und Arbeitskräften. „Die Resonanz war überwältigend“, blickte Fehringer zurück: Über 5000 Bewerber seien gekommen, 3500 Lebensläufe eingereicht und 160 Bewerbungsgespräche im Anschluss geführt worden. Stand heute seien bereits 17 Arbeits- und Ausbildungsverträge mit Unternehmen aus der Nectanet-Region geschlossen worden. „Und das bei nur 13 ausstellenden Unternehmen.“ Für Fehringer ein klarer Erfolg und der Grund, 2026 erneut die „Black Forest Power Region“ in Brasilien zu werben – „mit dem klaren Ziel, die Zahlen der ausstellenden Unternehmen deutlich zu erhöhen“. Er ist überzeugt, dass eine ähnliche Aufmerksamkeit „mit dem ehemaligen Namen schlicht einfach nicht möglich gewesen wäre“.

 

Echte Erfolgsgeschichten

Nicht nur die Arbeitskräftegewinnung, auch das wirtschaftliche Engagement hat laut „Nectanet“-Geschäftsführer in Brasilien Fahrt aufgenommen. Erste Unternehmen aus der Region hätten bereits vor Ort investiert, oder seien dabei, es zu tun. „Hier entstehen echte Erfolgsgeschichten, die zeigen, wie wir als regionale Wirtschaftsförderung die Internationalisierung von mittelständischen Betrieben konkret unterstützen können“.

Brasilien ist nicht das erste Land, in dem „Nectanet“ seine Fühler ausstreckt. In China hatte Fehringer eine Kooperation mit dem Technologiekonzern Huawei auf den Weg gebracht. Diese sei vielversprechend gewesen, blickte Fehringer zurück – „technologisch, strategisch und für unsere Positionierung als Innovationsregion“. Einige Unternehmen hätten davon profitiert und seien mit der verbauten Technologie sehr zufrieden. Diese punktuelle Kooperation sei aber „durch politische Rahmenbedingungen und geopolitische Entwicklungen ausgebremst“ worden „die wir als Standortagentur nicht beeinflussen können“. Die Jahrzehntelange Partnerschaft mit der Stadt Jintan/Changzhou in Jiangsu entwickle sich aber weiterhin sehr erfreulich“. Im Oktober erwarte Nectanet eine hochrangige Delegation aus dieser Region. Für viele Nectanet Mitgliedsunternehmen sei China der wichtigste Markt. „In den vergangenen Jahren haben sich weitere Unternehmen aus unserer Region zu einer Investition im Deutsch-Chinesischen Industriepark Jintan entschieden – alle sind hochzufrieden.“

 

Ein Artikel der Mittelbadischen Presse von Simon Allgeier

 

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